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Decabromdiphenylether

Was ist Decabromdiphenylether (c-decaBDE)?

Decabromdiphenylether (c-decaBDE) ist eine Gruppe der polybromierten Diphenylether (PBDEs) und kommt nicht natürlich in der Umwelt vor. Der Stoff kann in der Umwelt allerdings zu niedrig bromierten, persistenten, bioakkumulierbaren und toxischen Stoffen wie Octa-, Hepta-, Hexa- und Pentabromdiphenylether abgebaut werden, deren Herstellung und Verwendung bereits verboten ist.

Eigenschaften

C-decaBDE hat eine geringe Wasserlöslichkeit, adsorbiert stark an organischen Stoffen und teilt sich leicht über Sedimente und Böden auf.

Anwendungen/Vorkommen

Zwischen 1970 und 2005 wurden ca. 1.25 Millionen Tonnen von c-decaBDE produziert. China gilt mit 21‘000 Tonnen pro Jahr als grösster Produzent, aber auch Indien produziert und exportiert c-decaBDE. In der EU und Kanada gibt es keine Produktion mehr und in den USA nimmt die Produktionsmenge stetig ab.

C-decaBDE wird als Flammschutzmittel verwendet und ist kompatibel mit Materialien wie Plastik, Polymeren, Verbundwerkstoffe, Textilien, Klebestoffen, Dichtungsstoffen, Beschichtungen und Farben.

Anwendungsbeispiele

  • Plastikprodukte wie Kinderspielzeug, Fernseh-, Computer-, oder Kabelgehäuse, Kabel
  • Textilien wie Vorhänge, Teppiche, Matratzen, Zelten, Polsterungen oder Fensterjalousien
  • Innenausstattungen von Autos, Zügen, Flugzeugen

Risiken

Als additives Flammschutzmittel ist c-decaBDE nicht chemisch an das Produkt oder Material gebunden, für welches es verwendet wird. Das heisst, es kann in allen Lebensphasen in die Umwelt gelangen, also bei der Produktion, Verwendung und Entsorgung.

C-decaBDE ist eine hormonaktive Substanz, das heisst es kann das Hormonsystem von Lebewesen und damit die Fortpflanzung, das Wachstum, die Entwicklung, das Verhalten usw. stören. Es kann zudem das Fortpflanzungs- und das zentrale Nervensystem angreifen. Durch die Plazenta oder später die Muttermilch kann c-decaBDE von der Mutter an das Kind weitergegeben werden.

Gesetzliche Vorschriften

Die EU erliess 2017 eine weitgehende Beschränkung für c-decaBDE. Im April 2017 wurde c-decaBDE in die Liste der persistenten organischen Schadstoffe (POPs) der Stockholmer Konvention aufgenommen, worin die Produktion und die zulässige Verwendung von c-decaBDE geregelt ist.

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