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Lindan

Lindan

Was ist Lindan?

Lindan bzw. Hexachlorcyclohexan (HCN) ist ein Halogenkohlenwasserstoff, der vor allem ab den 1946er Jahren in der Schweiz in der Land- und Forstwirtschaft als Insektizid genutzt wurde.

Eigenschaften

Lindan verfügt über eine hohe Persistenz und wird deshalb in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut. Bei Hitzeeinwirkung zersetzt es sich zu einem korrosiven, giftigen Dampfgemisch. 2015 wurde Lindan durch die Internationale Agentur für Krebsforschung IARC als karzinogen für den Menschen und die Tierwelt klassifiziert.

Lindan wurde vorwiegend in Holzschutzmitteln oder als Insektizid angewendet. In der Schweiz wurde ab 1946 ein Isomerengemisch verwendet, jedoch wurde bereits kurze Zeit nach Anwendung in der Landwirtschaft erkannt, dass das Gemisch bei Rüben, Kartoffeln, Kohl etc. einen modrigen Geschmack herbeiruft, welches durch die Isomere ausgelöst wurde, weshalb man anfing reines Lindan zu isolieren. 1950 wurde mit der Herstellung von reinem Lindan in der Schweiz begonnen, welche jedoch nach Ende der 1960er Jahre zurückging.

Einsetzung von Insektizid in der Landwirtschaft
Insektizid in der Landwirtschaft

Anwendungen

Lindan wird heute nicht mehr produziert. Es bestehen jedoch weltweit noch grosse Lager, die als Altlasten umweltgerecht saniert und entsorgt werden müssen.

Risiken

Lindan ist für Wasserorganismen sehr giftig. Da es nur langsam abgebaut wird, reichert es sich stark in der Nahrungskette des Menschen vor allem über Fische an. Lindan darf daher ungebunden unter keinen Umständen in die Umwelt gelangen.

Zusammen mit anderen Insektiziden auf Basis chlorierter Kohlenwasserstoffe wird Lindan als Mitauslöser der Parkinson-Krankheit diskutiert. Lindan steht im Verdacht bei Überschreitung der Normalwerte schwere Krankheiten auslösen zu können: Veränderung der inneren Organe und der Blutbildung, Multiple Sklerose, Nervenschädigung.

Gesetzliche Vorschriften

Der Einsatz von Lindan wurde bereits in den 1980er Jahren stark eingeschränkt. Lindan gehört zu den POPs (Persistenten organischen Schadstoffen), deren Produktion und Verwendung gemäss Stockholmer Konvention seit 2009 weltweit verboten ist.

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