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AIDS IN SAMBIA
 
 

AIDS IN SAMBIA   STEET KIDS IN SAMBIA   IHRE UNTERSTÜTZUNG

 
  

Seit drei Jahren besuchen wir Father Wildi während unserer Missionen in den Copperbelt in Kalingalinga. Unsere Hilfe bestand bislang vor allem aus Nahrungsmittel- und Medikamentenlieferungen sowie finanzieller Unterstützung für Selbsthilfeprojekte und durch Father Wildi betreute Witwen und Waisen. Diese Hilfe führen wir auch in Zukunft weiter.

 
 

Hospice Our Lady in Kalingalinga
  

Im August 2003 konnte ein Teil des Hospice in Betrieb genommen und bislang 98 AIDS-Patienten dort betreut werden. Vier Patientenzimmer, die Küche und das Büro sind jetzt besetzt (und bereits überfallen worden).

 

 

Für einen Betrieb der kleinen Klinik fehlt aber noch immer das nötige Geld. Zudem würde man gerne eine kleine Kapelle bauen, um Gottesdienste und Abdankungen durchführen zu können. Insbesondere auch um den geschwächten Patienten einen «Kirchbesuch» zu ermöglichen, da der Transport in die nächste Parrish für die meisten nicht mehr möglich ist. 

 

 

Anlässlich unseres letzten Besuchs im November 2003 zeigten Sister May Doyle und Father Wildi das Frauen- und das separate Männerhaus im Hospice. In der Nacht zuvor waren wieder drei Patienten gestorben. 

 

In einem der Zimmer liegt auch ein junges Mädchen im Sterben und mit einer nicht beschreibbaren Zärtlichkeit streichelt ihr Father Wildi über das Gesicht und gibt ihr nach einem Gebet mit allen Anwesenden den Segen in ihrer Muttersprache. Dies war sehr tiefgehend und beeindruckend, in Worten nur schwierig wieder zu geben. Aber es gab einen Eindruck davon, mit wie viel Fürsorge und Liebe die Patienten hier betreut werden. Wahrscheinlich mit einer Zuneigung, die sie sonst in ihrem Leben nie erfahren durften. 

 

Im Männerhaus konnten wir mit dem Patienten David sprechen, der uns auch ermunterte, Fotos zu machen. David ist völlig abgemagert, leidet unter starken Schmerzen und aus seinen Fingernägeln quillt eine weisse Flüssigkeit - AIDS im Endstadium. David spricht perfekt Englisch und war an der Universität in Lusaka angestellt. Gerade sein Beispiel zeigt, dass AIDS in Zambia nicht nur auf Analphabetismus und Armut zurückzuführen ist, sondern alle Gesellschaftsschichten betrifft. Religion, verwurzelte Traditionen mit einer grossen Portion Aberglauben und ein starkes Patriarchentum spielen wichtige Rollen.

 

 

David hat nicht mehr lange zu leben, ist aber sehr ruhig und gefasst. Nun verstehen wir, was Father Wildi meinte, mit dem Hospice den Kranken die Möglichkeit zu einem friedlichen und möglichst schmerzlosen Sterben zu geben.

Das Hospice wird durch Sister May Doyle aus Irland geleitet. Sie erläutert die Probleme mit den unterernährten Patienten, die deshalb meist keine schmerzlindernden Medikamente zu sich nehmen können. So müssen die Kranken zuerst mit Infusionen aufgepäppelt werden, bevor man überhaupt Medizin abgeben kann. Wegen der Hoffnungslosigkeit der Zukunft wird so bald keine Verbesserung eintreten. Die Leute sind fatalistisch und wurden in der Vergangenheit von der Politik zu oft enttäuscht. Ein ganz grosses Problem für Zambia wird infolge AIDS die rasche Zunahme von Waisenkindern, welche wieder in Hunger und Kriminalität enden, ein Teufelskreis.  
 
 
Doch lassen wir nun Father Wildi selbst zu Wort kommen, er gibt im nachfolgenden Brief vom Februar 2005 einen kurzen Einblick in das Leben in Kalingalinga:
  

Liebe Bekannte und Freunde, liebe Spenderinnen und Spender,
 
in diesem Brief kann ich Euch über einige sehr positive und aufstellende Entwicklungen berichten.
 
Im August 2003 nahmen wir die ersten paar PatientInnen im Hospiz auf und haben bis heute über 1000 betreut. In fünf Häusern können wir etwa 30 Kranke pflegen. Zur ambulanten Behandlung kommen wöchentlich etwa 250 Kranke. Auch das Spitex Programm läuft gut. In den Armenvierteln Kalingalinga, Mutendere, Kalikiliki, Ng’ombe und Kaunda Square betreuen wir mehrere hundert Kranke. Die meisten PatientInnen leiden an Krankheiten im Zusammenhang mit HIV / AIDS.
 
Das Hospiz leistet einen grossen Dienst an den ärmsten Kranken und deren Familien. Dies wurde möglich durch Eure Unterstützung, die ich im Namen der Armen und Kranken, der Witwen und Waisen herzlich verdanke!
 
Mit Spenden aus der Schweiz war es auch möglich, die Patientenhäuser mit Betten, Matratzen, Bettücher, Vorhängen usw. auszurüsten. Ebenfalls konnten wir Büros und ein einfaches Labor einrichten. Sehr positiv ist auch die Entwicklung, dass seit etwa drei Monaten viele AIDS-PatientInnen die teuren antiretroviralen Medikamente gratis erhalten. Der Global Fund ermöglicht die Abgabe für 100'000 Kranke in Zambia, bis 2005. Bei ca. 2 Millionen Infizierten eine kleine Anzahl, aber immerhin. Für die 700 Kranken, die vom Hospiz aus behandelt und begleitet werden, bedeuten die Medikamente eine neue Hoffnung und eine neue Lebenschance. Beachtet auch das Magazin WENDEKREIS Nummer 11, vom November 04, die über unsere AIDS Projekte in Zambia berichtet und die Kampagne
«Afrika braucht AIDS Medikamente – jetzt!».
 
Ich unterschtütze weiterhin ein paar Witwen mit vielen Waisenkindern. Für einige kann ich das Schulgeld bezahlen. In zwei kleinen Schulen für ärmste Kinder und (AIDS-) Waisen in Kalingalinga erhalten über 200 Kinder eine warme Mahlzeit pro Tag. Dieses Projekt, zusammen mit der Unterstützung des Spitex Programms wird mit grossartigen Spenden der Pfarrei Rheinfelden-Magden-Olsberg ermöglicht.
 
Die Betreuung von Kranken und Sterbenden, von Witwen und Waisen ist nur ein Teil meiner Arbeit. Der andere Teil besteht aus Lehrtätigkeit.
 
Zusammen mit einer zambischen Krankenschwester gebe ich regelmässig einwöchige Seminare für Jugendliche, Frauen und Männer, die zuhause Kranke pflegen. Wir behandeln folgende Themen: Umfassende Information über HIV / AIDS; Prävention; Pflege der Kranken; spirituelle Begleitung; ethische und moralische Prinzipien; Verhaltensänderung usw. Wir betonen immer wieder, dass jeder und jede einen Beitrag zur Verbesserung der katastrophalen HIV / AIDS Situation leisten kann. Wer noch nicht vom Virus angesteckt ist, soll sich mit jedem Mittel vor der Ansteckung schützen; wer angesteckt ist, soll den Virus nicht weitergeben.
 
Auf dem Gebiet der mitmenschlichen Beziehungen und der Sexualität ist eine tiefgreifende Mentalitäts- und Verhaltensänderung nötig. Diese muss von den Leuten selbst bewirkt werden.
 
Gesundheitlich geht es mir gottseidank gut. Das Begleiten von Schwerstkranken und Sterbenden zehrt natürlich an den Kräften. Gelegentlich bin ich deprimiert, wütend und frustriert, dass ich all dem Elend, der Armut und den allzu frühen Toden so machtlos und hilflos gegenüberstehe.
 
Ich danke Euch allen für Eure guten Gedanken, Wünsche und Gebete, für Eure moralische und finanzielle Unterstützung!
 
Ich wünsche Euch Gottes gütige Begleitung durch das Jahr!
  
Fr Wildi Ernst

    

 

   

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