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AKTUELLES AUS DER ETI
 
 

Schweiz unterstützt Mazedonien

  

Das Schweizer Stimmvolk stimmt am 26. November über den Beitrag der Schweiz für die erweiterte Europäische Union von einer Milliarde Franken ab. Wertvolle Erfahrungen aus der bisherigen Ostzusammenarbeit zeigen, dass die Umsetzung Gewinner auf beiden Seiten schafft, wie das folgende Beispiel aus Mazedonien zeigt. 

   
Im Rahmen der Schweizer Ostzusammenarbeit unterstützt die Schweiz Reformen in ehemals kommunistischen Ländern Osteuropas mit Fachwissen und finanziellen Beiträgen. In Südosteuropa und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion leistet der Bund diese Transitionshilfe bereits seit 1990. Die Grundlage für die Fortsetzung dieses Engagements ist das neue Bundesgesetz Ost, über das im November abgestimmt wird. Dieses Gesetz ist gleichzeitig die Rechtsbasis für den Erweiterungsbeitrag, auch Kohäsionsbeitrag genannt. Dieser kommt den zehn neuen EU-Mitglied-staaten bei direkter Kontrolle durch die Schweiz zugute und soll mithelfen, wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten in der erweiterten EU abzubauen.
 
 
Ziel der Transitionshilfe
 
Ziel der Transitionshilfe ist der Aufbau von demokratischen Institutionen und einer sozialen, umweltverträglichen Marktwirtschaft. Dabei setzt sich die Schweiz unter anderem dafür ein, dass die Infrastruktur in den Ländern modernisiert wird. So soll zum Beispiel erreicht werden, dass die Bevölkerung mit Strom und sauberem Wasser versorgt ist.
 
 
Beispiel Mazedonien
 
Ein konkretes von der Schweiz im Bereich Umwelt und Infrastruktur unterstütztes Projekt ist das Programm zur effizienten Energieverteilung in Mazedonien (Efficient Energy Distribution Programme).
   
Dieses Unterstützungsprogramm umfasst folgende Komponenten:
   
 
  • Lieferung und Installation von Kondensatorenbatterien im Verteilnetz

  • Lieferung und Einrichtung von Zählern und Datenerfassungssystemen

  • Entsorgung von alten, schadstoffhaltigen Anlagen

  • Öffentlichkeitsarbeit zur Reduktion des Energieverbrauchs in Haushalten

Eine funktionierende Basisinfrastruktur, zu der auch die Stromversorgung gehört, ist nicht nur wichtig für die Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Eine kontinuierliche Stromversorgung ohne unnötige Verluste sowie die Messung des Stromverbrauchs zur korrekten Rechnungsstellung bilden dabei wichtige Eckpfeiler für eine effiziente Energieverteilung. Deshalb unterstützt das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) Mazedonien seit 2003 bei der Instandstellung des Stromverteilungsnetzes.
   
   
Lokaler Umweltschutz - Globaler Nutzen
   
Dazu gehört auch die Berücksichtigung der Umweltsituation. Wenn mit Hilfe der Schweiz bessere Standards im Umweltschutz erreicht werden können, nützt dies der Gesundheit der Bevölkerung und gleichzeitig dem globalen Klima und unserer eigenen Gesundheit. Denn beispielsweise die sogenannten POPs, die persistenten organischen Schadstoffe, kennen keine politischen Grenzen und wenn sie einmal in der Umwelt sind, gelangen sie über den Luft- oder Wasserweg bis zu uns. Auf ihrer Reise remo­bilisieren sich diese Schadstoffe und so sind wir alle zumindest indirekt von den Umweltproblemen betroffen.
   
   
PCB auch in der Schweiz aktuell
   
Gerade die Schweiz ist von der PCB-Problematik selbst immer noch betroffen. Wurden die PCB-haltigen Transformatoren und Kondensatoren mit wenigen Ausnahmen bereits bis Ende der Neunziger Jahre ausser Betrieb genommen und entsorgt, so sorgen die PCBs in sogenannten offenen Systemen nach wie vor für Probleme. Rund 50 % der in den Sechziger und Siebziger Jahren erstellten oder sanierten Gebäude in der Schweiz enthalten diesen Schadstoff in Fugendichtungsmassen oder Farbanstrichen. Zudem wurden damals zahlreiche andere Umweltgifte wie Pentachlorphenol oder Asbest eingesetzt.
   
   
Schweizer Know-how
   
Sowohl für die Ausbildung der mazedonischen Partner vor Ort und die Unterstützung bei der Entsorgung sowie die Organisation des inter-nationalen Gefahrguttransportes und die umweltgerechte Verbrennung der PCB-haltigen Sonderabfälle zeichnen Schweizer Firmen verantwortlich.
   
Die fribourgische E-Groupe SA leitete die elektrotechnischen Projektkomponenten, die ABB Schweiz AG in Lenzburg lieferte die schadstofffreien Niederspannungskondensatoren, die PCB-Spezialisten der ETI Umwelttechnik AG aus Chur leiteten die umwelttechnischen Arbeiten, die 3 E AG, spezialisiert für Umweltlogistik organisierte die internationale und grenzüberschreitende Logistik der Gefahrguttransporte vom Balkan und die Sondermüllverbrennungsanlage Valorec SA in Basel ist für die gesetzeskonforme Entsorgung der Sonderabfallstoffe zuständig. Denn im Balkan gibt es keine derartigen Entsorgungsanlagen.
   
Die «Field Teams» der Mazedonischen Energiegesellschaft «Elektrostopanstvo na Macedonia (ESM)» wurden zwischen Juni und November 2005 durch Spezialisten der ETI im Handling mit Gefahrgut in elektrischen Komponenten ausgebildet, was sich nachhaltig auch positiv auf künftige Projekte der ESM auswirken wird.
   

In der Folge waren diese Teams damit beschäftigt, die PCB-haltigen Kondensatoren zu inventarisieren, auszubauen, gesetzeskonform in UN-geprüfte Gebinde zu verpacken und sicher zwischen zu lagern. Im Juni 2006 konnten die Verpackungsarbeiten unter Leitung der Bündner Sachverständigen abgeschlossen werden.
   
 
Entsorgung in der Schweiz
 
Rund 300 Gebinde mit PCB-Abfällen wurden in vier Container verladen und am 26. Juni in Skopje der Bahn übergeben. Da es sich bei PCB um Sonderabfälle handelt, gelangten die Bestimmungen für den grenzüberschreitenden Transport gemäss Basler Konvention zur Anwendung.
   
Nach 10 Tagen Reise durch den Balkan, Österreich und Deutschland erreichten die Abfälle die Regionale Sondermüllverbrennungsanlage in Basel, wo sie derzeit umweltgerecht entsorgt werden.
   
   
Zyklon B taucht auf
   
Im Laufe des Unterstützungsprogrammes für die «Elektrosto-panstvo na Macedonia (ESM)» wurde das Schweizer Kooperationsbüro in Skopje vom Mazedonischen Gesundheitsdepartement PHD kontaktiertdas für Desinfektion, Schädlings- und Rattenbekämpfung zuständig ist. Da auf einem der Gelände des PHD ältere, nicht länger gebrauchte Bestände an sehr gefährlichen Sonderabfällen gelagert waren, wurde die Schweiz um Unterstützung bei der Entsorgung der Stoffe gebeten. Der Umstand, dass Schweizer Spezialisten bereits in Mazedonien weilten, erlaubte eine optimale Integration der Anfrage. Bei den Lagerbeständen handelte es sich um Cyanwasserstoff, Methylbromid und Organochlorine Pestizide, welche ebenfalls - unter strengen Auflagen der Behörden -in Basel entsorgt werden konnten. Eine der Chemikalien ist besser bekannt unter deren Produktnahmen „Zyklon B“ und es galt deshalb nicht nur Gefährlichkeitspotential dieser Stoffe bezüglich Lagerung, Transport und Entsorgung zu berücksichtigen, sondern auch die Möglichkeit, dass terroristische Gruppierungen Interesse an den hochgiftigen Chemikalien haben könnten.
   
Als der Augenschein vor Ort zeigte, dass die Stoffe mitten in einem Wohngebiet gelagert waren, wurde mit Hochdruck an einer raschen Lösung des Problems gearbeitet. Als Sofortmassnahme wurde die Sicherheit des Zwischenlagers verbessert

Auch hier mussten die verschiedenen Umweltkonventionen berücksichtigt werden und die Transitländer auf dem Weg in die Schweiz ihre schriftliche Zustimmung zum Transport erteilen. Die geeignete Verpackung und Ladungssicherung für die Stoffe musste abgeklärt werden. Beispielsweise spielte hier der mit 26° C tiefe Siedepunkt der Blausäure eine Rolle. Bei 42° C Aussentemperatur zum Zeitpunkt des Transportes am 21. August ein nicht zu unterschätzendes Detail. Nachdem alle behördlichen Auflagen erfüllt waren und das auf dem Balkan nicht erhältliche Verpackungs- und Sicherheitsmaterial nach Skopje geliefert war, konnte der zweite Gefahrguttransport in die Schweiz beginnen.

Der Speziallastkraftwagen mit 4’000 kg Sonderabfällen, transportierte die gefährliche Fracht via Serbien, Ungarn, Österreich und Deutschland nach Basel. Der Transport wurde von einem Gefahrgutbeauftragten der 3E Logistik begleitet. Am Freitagabend, 26. August trafen die Abfallstoffe in Basel ein und wurden dort innert 48 Stunden umweltkonform entsorgt.
   
   
   
PCB-Gebäudechecks (in der Schweiz)
   

   

In den vergangenen Monaten führte die ETI im Auftrag privater und öffentlicher Kunden zahlreiche Gebäudechecks durch. Es zeichnet sich der Trend ab, dass immer mehr Gebäudeeigentümer ihre Verantwortung wahr nehmen und die Schadstoffsituation frühzeitig abklären lassen.

   

Die ETI-interne Statistik zeigt, dass bei rund der Hälfte der untersuchten Gebäude in den Fugendichtungsmassen Polychlorierten Biphenylen (PCB) gefunden wird. In einigen Fällen wurden statt PCBs auch Chlorparaffine (CP) nachgewiesen. Im Bauwesen nahmen sie nach dem Verbot von PCBs teilweise deren Platz ein. CP sind jedoch ähnlich gefährlich.

  
  Wie PCBs gelten auch Chlorparaffine als Sonderabfall und müssen gemäss der Verordnung über den Verkehr mit Sonderabfällen (VVS) in einer Sonderabfallverbrennungsanlage entsorgt werden. Über die Verbreitung von CPs in Fugendichtungen hat das Kantonale Labor des Kanton Aargau einen Bericht veröffentlicht. 
  

Nutzen des Sachverständigen

Planen Sie als kommunale Einrichtung oder privater Eigentümer eine Sanierung, Erweiterung, einen Neu- oder Rückbau von Bauten, bei dem Sie mit einer umweltrelevanten Aufgabenstellung konfrontiert werden? Verfügt Ihr Unternehmen über erforderliches Know-how oder Ressourcen? Sollte dies nicht der Fall sein, kann es sich lohnen, diese Aufgaben einem Sachverständigen mit der notwendigen Erfahrung anzuvertrauen.

●  Gebäudecheck:
Vor Sanierungen, Erweiterungen oder einem Rückbau eines Gebäudes lohnt es sich, vorgängig die Schadstoffsituation abzuklären. Dadurch kann verhindert werden, dass während der Arbeiten plötzlich Verzögerungen eintreten, und dass die Kosten wegen unvorgesehener zusätzlicher Spezialarbeiten das Budget überschreiten. Die Untersuchungsparameter (PCB, CP, PCP, Asbest, etc.) können der Situation entsprechend und nach Absprache mit dem Auftraggeber festgelegt werden.

●  Altlastenbearbeitung:
Im Rahmen von Bauprojekten, bei Handänderungen oder Störfällen ist es häufig erforderlich, Standorte auf belastete Stoffe hin zu untersuchen. ETI klärt durch historische und technische Untersuchungen die Schadstoffsituation ab und erarbeitet – falls nötig – Empfehlungen und Kostenschätzungen für das weitere Vorgehen.

   
   
   

Publikationen über ETI-Aktivitäten


«PCB in Offenen Systemen - Sanierung am Beispiel von Schulgebäuden»
 

erschienen im «Terratech» Ausgabe September 2005

Hier gibt's den Artikel als PDF-Datei!

 
 
 
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